Fraktionssprecher im Kreistag Rhön-Grabfeld
Fraktionssprecher im Stadtrat Bad Neustadt

Bericht Referenz für Stadtmarketing


Feb 26, 2026
Bastian Steinbach

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich sehe dieses Referat in zwei wesentlichen Aufgaben:

zum einen als Referent für das Marketing unserer Stadt, zum anderen als Ansprechpartner für den Stadtmarketing NES e. V.
Beides gehört eng zusammen.
Zielgerichtete, ehrliche und konsequente Vermarktung ist ein wichtiger Standortfaktor für Bad Neustadt. Sie prägt unsere Marke, stärkt den Einzelhandel, unterstützt Gastronomie und Tourismus und wirkt sich unmittelbar auf die Attraktivität für Unternehmen und Fachkräfte aus.
Eine Stadt, die sich professionell präsentiert, gewinnt Vertrauen, Frequenz und Kaufkraft. Das kostet Geld – aber ich bin überzeugt: Es ist gut investiertes Geld.

Entwicklung der letzten Jahre
In den vergangenen Jahren sind wir sichtbar weitergekommen.
■ Das Erscheinungsbild unserer Stadt ist klarer geworden.
■ Social Media ist deutlich besser aufgestellt.
■ Die mediale Präsenz von Stadthalle und Triamare hat spürbar zugenommen.
Das ist eine gute Entwicklung. Und die sollten wir konsequent fortsetzen.
Gleichzeitig dürfen wir nicht ausblenden, dass auch in diesem Bereich die Kosten stetig steigen. Noch können wir uns das leisten. Aber auch hier brauchen wir Maß und Ziel.

Ich beantrage deshalb im Namen meiner Fraktion einen jährlichen, strukturierten Bericht der Verwaltung über das Gesamtkonzept „Marketing“ – inklusive transparenter Kostenübersicht und Zieldefinition. Wenn wir investieren, dann mit klarer Linie.

Der Stadtmarketing NES e. V.
Der Stadtmarketing NES e. V. hat sich neu aufgestellt. An der Spitze steht ein engagiertes, motiviertes und eingespieltes Team um Bernd Titius, Johannes Griebel, Theresia Griebel und Michael Büttner. Die Stimmung rund um das Thema Stadtmarketing und das öffentliche Erscheinungsbild ist sehr gut.
Dafür sollten wir allen Aktiven und den beiden zuständigen Verwaltungsmitarbeiterinnen Constanze Katzenberger und Christina Nöth ausdrücklich Danke für ihr Engangement sagen.
Die Mitgliedszahlen und Beiträge sind gestiegen. Damit steigt allerdings auch unser Zuschuss, da die Stadt Bad Neustadt die generierten Einnahmen verdoppelt.
Die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Verein funktioniert aus meiner Sicht geordnet. Dennoch fehlt es teilweise an klarer Abgrenzung von Zuständigkeiten. Wer ist wofür verantwortlich? Wer entscheidet was?
Hier brauchen wir eindeutige Kompetenzregelungen und kürzere Abstimmungswege. Klare Prozesse schaffen Effizienz – und sie sichern die Motivation der Engagierten.
Mein Eindruck ist zudem: Der Verein arbeitet aktuell am Limit. Vieles wird durch persönliches Engagement aufgefangen. Wenn wir das Niveau halten oder ausbauen wollen, müssen jedoch die Strukturen Schritt halten.

Wirtschaftsförderung – Innenstadt und darüber hinaus
Die Mittel, die die Stadt in das Stadtmarketing einbringt, sind aus meiner Sicht klar als Wirtschaftsförderung für die Innenstadt zu verstehen. Das ist richtig und notwendig, denn die Innenstadt ist Aushängeschild und Frequenzbringer.
Gerade deshalb halte ich es für sinnvoll, perspektivisch weiter zu denken.
Gemäß Grundidee und Satzung konzentrieren sich die Aktivitäten bislang stark auf die Innenstadt. Gleichzeitig leisten Handwerk, Dienstleister, Industrie und Gastronomie einen wesentlichen Beitrag zur wirtschaftlichen Stärke unserer Stadt.
Auch der Gesundheitsbereich ist ein wichtiger Standortfaktor. Sichtbarkeit heißt hier nicht Werbung, sondern Information und Einbindung in eine gemeinsame Standortkommunikation.
Viele sind bereits engagiert – im Stadtmarketing oder in anderen Netzwerken. Ihre Sichtbarkeit nach außen ist jedoch ausbaufähig.

 

Ein zweites Standbein könnte bedeuten:
■ eine Plattform für Austausch und Vernetzung aller Gewerbetreibenden in Bad Neustadt – auch außerhalb der erweiterten Stadtmauer
■ eine gemeinsame Vermarktung, die Betriebe jenseits der Innenstadt stärker sichtbar macht und die regionale Zusammenarbeit stärkt.
■ ein organisatorisches Dach, das bestehende Initiativen bündelt und mit einer klaren Kampagne für unseren Wirtschaftsstandort verbindet
Nicht als Konkurrenz zur Innenstadt.
Sondern als Ergänzung.
Nicht als Aktionismus.
Sondern als strategische Erweiterung.
Ausblick 2026
Für 2026 sind zahlreiche Projekte wie der Fischmarkt mit Weinfest, 3 verkaufsoffene Sonntage, ein 2. Stadtfest, Duell der Stadtteile und viele mehr geplant. Auf Details möchte ich bewusst nicht vorgreifen – die jeweiligen Akteure werden ihre Vorhaben selbst vorstellen.
Das zeigt: Es ist viel Bewegung im Verein.
Vielleicht gelingt es bereits bei den kommenden Veranstaltungen, die angesprochene Erweiterung mitzudenken. Vielleicht finden sich auch neue Akteure, die diesen Ansatz aufnehmen und weiterentwickeln möchten. So könnten alle davon profizieren.

NES-Euro
Beim NES-Euro sehe ich aktuell Handlungsbedarf. Die Rückmeldungen aus der Praxis sind nicht zufriedenstellend. Hier sollten wir offen und sachlich prüfen, wie wir dieses Instrument weiterentwickeln oder gegebenenfalls neu aufstellen.

 

Mein Fazit
■ Die Entwicklung in beiden Bereichen ist positiv.
■ Das Engagement ist hoch.
■ Jetzt geht es darum, Zuständigkeiten klar zu definieren, Strukturen belastbar zu machen und die Perspektive sinnvoll zu erweitern.
■ Andere Bereiche ins „Stadt-Marketing“ miteinzubeziehen

Vielen Dank fürs Zuhören.

Im Namen der CSU-Fraktion

Bastian Steinbach

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