Stadtrat und Kreisrat
für Bad Neustadt und Rhön-Grabfeld

Jahresschlussrede 2016 im Stadtrat Bad Neustadt


Dez 22, 2016
admin

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren
aus der Verwaltung und von der Presse,
liebe Gäste,

stellen wir uns einmal die folgende Frage – und suchen gemeinsam Antworten: Wer oder was ist wieviel wert? Denn Werte, Wertschöpfungen, Wertediskussionen, sie durchziehen unsere Arbeit und unseren Alltag. Denken wir einmal an die große Politik, zum Beispiel an die vergangene Wahl in den USA. Was bitte waren da die Umfragen wert? Was sind, was waren die Wahlversprechen der beiden Kandidaten wert?
Was ist die Demokratie in der Türkei noch wert nach den Repressalien gegen die Medien, nach den Massenverhaftungen und Massenentlassungen?
Was sind die Worte der Mächtigen wert, wenn es um den Krieg in Syrien geht, um das Abschlachten der Menschen in Aleppo? Was ist die internationale Diplomatie wert, wenn sie es nicht schafft, den sogenannten IS nachhaltig zu besiegen?
Was sind in der Welt der „Fake – News“ noch Nachrichten wert, ja, was ist überhaupt noch „der Rede wert“?

Ich meine, wertvoll sind all die Dinge, die wir alle mit Werten füllen, denen wir mit unserer Arbeit, mit unserem Spirit erst Wert geben, Werte verleihen. Und wenn ich auf dieses Jahr zurückblicke, kann ich davon sehr viele sehen.
Was ist es uns wert, Zeit für Menschen zu haben, die einfach verrückte Ideen haben, die damit an die Grenzen des Machbaren stoßen und deren Ziele vielleicht sogar darüber hinausgehen? Wieviel ist es uns wert, das Thema Leerstand in den Straßen und Gassen unserer Altstadt und in den Bereichen davor nicht einfach als „bedauernswert“ abzutun, sondern gemeinsam mit den Bürgern, mit möglichen Investoren, Vordenkern und kreativen Köpfen nach unkonventionellen Lösungen zu suchen?
Bemerkenswert ist für mich auch die Situation rund um die Hochwasserfreilegung, die neue, öffentlich und intern so heftig diskutierte neue Fußgängerbrücke, das neue Quartier entlang der Meininger Straße und natürlich die Situation vor dem Hohntor mit unserer neuen Stadthalle. Wer da voreilig Hohn und Spott ausgeschüttet hat, wird von der Gegenwart und sicher auch von der Zukunft eines Besseren belehrt werden.
Apropos Stadthalle: Erinnern Sie sich noch an unserer kleines Hörspiel aus dem Jahr 2012? Es ist heute übrigens noch nachhörbar auf www.jahresschlussfilm.de! Zugegeben, die leitende Stelle ist nicht wie in unserem Hörspiel männlich, heißt auch nicht Stefan Groß, sondern ist bekanntermaßen eine Frau und heißt Petra Lettang. Da haben wir uns getäuscht! Und das ist – wie sich schon jetzt erahnen lässt – gut so. Aber, wir sind froh darüber, dass diese damals als „Denkanstoß für die weitere Konzeption“ gedachten Anregungen in vielen Bereichen aufgegriffen wurden und ein – wie ich meine – zukunftsträchtiges Highlight in Bad Neustadt entstanden ist. Allen Akteuren in den Gremien dafür herzlichen Dank!
Ähnlich hochwertiges Entwicklungspotential steckt auch im Gelände des ehemaligen Schrotthandels Lesch gegenüber McDonalds, einem weiteren „Sahnestück“, dem wir in allernächster Zeit größte Aufmerksamkeit widmen sollten. Bad Neustadt ist, was solche großen Projekte angeht, wirklich beneidenswert.

Erwähnenswert ist für mich auch und immer wieder der Gedanke an eine Stabsstelle, die sich intensiv mit den Bereichen ganzheitliche Stadtentwicklung, eGovernment oder allgemeiner ausgedrückt mit dem „Zusammenbringen von Menschen, Behörden, Unternehmen, Vereinen und noch allgemeiner ausgedrückt mit Ideen beschäftigen sollte.
Ebenso wertig ist für mich die Außenwirkung unserer Stadt, ein ganzheitliches Marketing aus einem Guss, eine sich durch alle Social Media, Prints usw. ziehende Corporate Identity. Wir müssen unsere Marketing-Aktivitäten an das Heute anpassen – und das ist – davon bin ich wirklich überzeugt – bei weitem keine Überbewertung.
Was ist uns unsere Innenstadt, die Bad Neustädter Altstadt wert, was ist sie unseren Bürgerinnen und Bürgern wert? Für mich ist sie ein einziger, großer, bezaubernder aber doch auch komplizierter „Wertstoffhof“, der äußerst sensiblen Umgang erfordert. Wir müssen mehr über die Zukunft unserer Stadt reden: Wo wollen wir mit Bad Neustadt hin, degeneriert unser herzförmiges Wohnzimmer wirklich zu einer reinen Wohn- und Kneipenstadt – und wollen wir das? Wie können wir uns im Wettbewerb der aufstrebenden Mittelzentren behaupten, welches Gesicht soll das angepeilte Oberzentrum Bad Neustadt erhalten? Wo wollen wir neue Strukturen schaffen, mutig
Ideen sammeln und sie zusammen mit der Bevölkerung, mit starken Investoren und loyalen Geschäftsleuten umsetzen? Viele hervorragende Beispiele hat es auch dieses Jahr wieder gegeben – und das ist für mich und sicher auch für Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen – einfach nur dankenswert.
Bemerkenswert ist, dass es uns zusammen gelungen ist, wohl den Weg frei zu machen für einen Projektmanager und wir darüber heftig, oftmals etwas zynisch und sarkastisch diskutiert haben.
Absolut dankenswert ist in diesem Zusammenhang auch die Tatsache, dass ich gerade noch so um eine Anzeige für die unerlaubte Benutzung eines Logos auf der von meiner Fraktion erstellten symbolischen Stellenausschreibung herumgekommen bin.

In Bad Neustadt arbeiten, Hand anlegen an seiner Entwicklung, sich in die Zukunft orientieren, ausgetretene Pfade verlassen und mit Ihnen und den Bad Neustädtern neue Wege beschreiten, auch unangenehme Dinge anpacken, sich mit Herz und Seele kraftvoll engagieren – das, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Bürgerinnen und Bürger, das ist……… lebenswert.
Man kann es gerade in diesen Zeiten nicht oft genug sagen: Eine gut funktionierende Gesellschaft ist heute so stark abhängig von jedem Einzelnen wie nie. Hier müssen wir manche Menschen mehr fordern und ermutigen, mehr dem Gemeinwohl zu dienen, dagegen anderen wiederum sehr, sehr dankbar sein.
Deshalb an dieser Stelle mein bzw. unser herzlichster Dank an alle ehrenamtlichen Helfer unserer Stadt, immer noch aktuell zum Thema Flüchtlinge, deren Aufnahme und Fürsorge. Sensationelle Arbeit wird hier noch immer geleistet, Menschlichkeit ganz groß geschrieben.
Dank an alle Aktiven in Vereinen, Institutionen, an alle Bad Neustädter, die sich um Alte, Kranke und Schwächere und in Not Geratene kümmern.
Danke auch an die vielen kleinen, mittelständischen und auch großen Betriebe für die fantastische Zahl an Arbeitsplätzen und die sprudelnden Gewerbesteuerzahlungen, auch das ist bemerkenswert.
Und schließlich auch ein herzliches Dankeschön an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit ihren Produkten und Dienstleistungen unsere Stadt nach vorne bringen und damit auch unsere Region in einigen Bereichen weltweit bekannt machen.
Dafür müssen wir diese Menschen mit allergrößter Kraft unterstützen, wir Ihnen eine interessante, eine wirklich lebenswerte Region gestalten – eine Region, in der sie gerne zu Hause sind oder sich vorstellen können, in Zukunft zu leben.

Ich im Namen meiner gesamten Fraktion Ihnen, sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren aus dem Gremium, aus der Verwaltung für die gute und konstruktive Zusammenarbeit und Ihnen von der Presse für die laufenden Berichterstattungen über unsere Arbeit.
Besonders Danke ich meiner Fraktion: Ich sage Danke für Eure tolle Arbeit. Ich genieße die Zeit mit Euch in den Fraktionssitzungen, hier im Gremium, aber auch die gemütliche Zeit nach jeder einzelnen Sitzung in der Kneipe – das ist hier einzigartig!
Und wenn sie mir bis jetzt ihre ganze Aufmerksamkeit geschenkt haben, dann ist das – vorweihnachtlich versöhnlich ausgedrückt – äußerst liebenswert.
Ich wünsche Ihnen ein frohes Weihnachtsfest, einen guten Rutsch ins neue Jahr und bleiben Sie bitte gesund.

Bastian Steinbach
für die CSU-Stadtratsfraktion Bad Neustadt

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