Stadtrat und Kreisrat
für Bad Neustadt und Rhön-Grabfeld

Jahresschlussrede 2014 im Stadtrat Bad Neustadt


Dez 12, 2014
Bastian Steinbach

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren aus der Verwaltung und von der Presse,
liebe Gäste,  

sagen wir es doch mal ganz offen: Ich glaube, ein großer Teil der Bevölkerung in unserer Stadt und im Landkreis kann diese sehr besondere – wenn auch immer hektischere – Weihnachtszeit so richtig genießen. Ich tue dies zumindest, denn die Jahresschlusssitzung zeigt mir schon seit etlichen Jahren recht plötzlich auf, dass jetzt wirklich bald das Christkind vor der Türe steht. Die Spannung wächst, die Vorfreude, und gerade wir in Bad Neustadt und Umgebung können und sollten weitgehend zufrieden sein, mit uns und mit unserer Stadt. Wir dürfen in diesen Tagen ein gutes Gefühl haben, ein Kribbeln im Bauch, ein vorweihnachtliches Wohlgefühl.

Dieses Wohlgefühl hat jede Menge kleine und große Ursachen. Vieles haben wir uns hart erarbeiten müssen, manches ist uns zugefallen, manches ist uns gar wie ein Geschenk präsentiert worden. Ein großes Stück vom Wohlgefühl-Kuchen haben sicherlich die vielen kleinen und großen Unternehmen gemeinsam mit ihren fleißigen Mitarbeitern gebacken. Die Unternehmen haben uns Tausende von Arbeitsplätzen geschaffen und werden diese auch in der Zukunft garantieren können. Dafür müssen wir sie mit größter Kraft unterstützen! Vieles basiert aber auch auf mutiger Eigeninitiative, auf ganz individuellem Arbeitseinsatz, auf der Mitverantwortung jedes einzelnen Bürgers, auf Ideen, Initiativen und Gedanken „Made in Bad Neustadt“.

Wir alle wissen, Bad Neustadt wird sich in den nächsten fünf Jahren enorm verändern. Der Neubau des Rhön-Klinikums mit NES 20 steht sehr wahrscheinlich an, große Investitionen von Industrie- und Gewerbebetrieben sind in Planung, der mögliche Umzug der Kreisklinik, die Überplanung des Kurgebietes, angefachte Neubauten bzw. Sanierungen von Schulen und Kindergärten, die positive Entwicklung des Stadteingangs Bahnhof, eventuelle Neunutzung der Flächen wie Möbelhaus Pfeuffer, die Entwicklung eines neuen Hotels, der Abbruch und Neubau der Stadthalle und vieles mehr. Bad Neustadt wird sein Gesicht verändern, wir müssen darauf achten, dass es sein Gesicht aber nie verlieren wird! Es muss sein Lachen behalten! Die Stadt soll schöner, moderner und noch liebenswerter werden.

Doch dafür brauchen wir Botschafter, die die Menschen für diese Änderungen begeistern können. Das heißt nicht, dass nicht kritisch und konstruktiv, ja richtig kontrovers diskutiert werden soll. Im Gegenteil, wir brauchen Leute, die mithelfen und die vielen Möglichkeiten der Mitsprache und Mitgestaltung nutzen. Denn passiv in der Ecke sitzen, die Hände in den Schoß legen und dann Missstände anprangern und meckern, finde ich kleinkariert und absolut fehl am Platz. Wir brauchen Leute, die an Gesamtkonzepte glauben, sie umsetzen möchten und diese auch vorantreiben.

So halte ich es beispielsweise für die nächsten Wochen – am liebsten wäre es mir, es ginge noch schneller – enorm wichtig, dass wir uns um ein herausragendes Nutzungskonzept für die Stadthalle kümmern. Mein Appell an unsere Kurdirektorin: Frau Hildmann, versuchen Sie möglichst viele Akteure für unseren neuen Veranstaltungs- und Tagungsmittelpunkt zusammen zu trommeln, machen Sie in dieser Richtung ein Fass auf, generieren Sie Menschen und Ideen, die sich in dieser Sache einbringen können und wollen.

Und wenn wir schon mal dabei sind, Gesamtkonzepte für die Zukunft zu entwerfen: Sollten wir uns nicht nochmals – oder endlich ernsthaft – Gedanken machen um eine neue Stelle? Brauchen wir nicht, wie der Landkreis ihn schon hat, einen versierten Mann, eine pfiffige Dame, einen sogenannten „Stadtentwickler“, einen „Kümmerer“? Ich beantworte meine Frage selbst, und zwar mit einem klaren „Ja“! Wir suchen da eine Person, die Zeit hat, die Pläne umsetzen kann, die Kompetenz mitbringt, den Menschen zuhören kann, die den Weg zu den richtigen Ansprechpartnern weist, die in vielen Sachfragen guten Rat gibt. Es sollte jemand sein, der gut vermitteln kann, der Menschen zusammenbringt, der auch mal als Puffer agieren muss und der vielleicht „nur“ dafür da ist und die nötige Zeit hat, Visionen zu entwickeln und zu vermarkten.

Wir als Stadträte können nur Anstöße geben. Draußen vor der Rathaustür, in den Betrieben, an den Stammtischen, in den Vereinen und auf den Straßen, da muss das Wohlgefühl ankommen, da muss es sich fortpflanzen. Es muss in den Herzen zu spüren sein, aber auch in den Geldbeuteln. Und ich bin mir sicher, viele Bad Neustädter vergessen bei all dieser „Wohlfühlatmosphäre“ bestimmt auch nicht die, denen es – aus welchen Gründen auch immer – verwehrt blieb und bleibt, sich gut zu fühlen. Denken Sie dabei nur ganz kurz an die spontane Reaktion auf den Brand, der wohl „Die Tafel“ am härtesten traf, obwohl die Feuerwehren und die Rettungskräfte mit Ihrem Einsatz und Mut noch viel Schlimmeres verhindert haben.

In kürzester Zeit und über alle Partei- und Politgrenzen hinweg wurde schnell ein neues Zuhause gefunden. Ein klein bisschen Wohlgefühl ist deshalb auch bei den Menschen eingekehrt, die auf diese Institution so dringend angewiesen sind.   Unsere „Wohlfühlregion“, ja, da können sich alle Bad Neustädter ein bisschen auf die Schultern klopfen, auch die Fraktion der CSU, der ich heute und an dieser Stelle ganz, ganz herzlich für ihr Engagement im Jahr 2014 danken will. Wesentliche Entscheidungen, die fast immer mit breiter Zustimmung der CSU-Fraktion mitgetragen und unterstützt wurden, waren richtig und zukunftsweisend. Manche davon konnten sogar nur durch die Stimmen der CSU durchgesetzt werden.

Wir waren uns nicht immer einig, nicht immer sicher, aber das macht unsere Politik auch so stark. Aus dem Disput zur besten Lösung kommen, so haben wir und so werden wir das Bestmögliche für die Stadt und seine Bürgerinnen und Bürger erreichen. Die Politik kann Rahmenbedingungen – zum Beispiel digitaler Wandel, weiche Standortfaktoren wie Ausbildung, Freizeitangebote, Kultur & Sport – schaffen und mit aller Kraft unterstützen, aber vieles beruht im Prinzip auf dem Einsatz eines jeden Einzelnen. Wir sollten weiter akribisch an unseren oft geneideten Standortvorteilen arbeiten, sollten Gesamtkonzepte forcieren, neben der minutiösen Haushaltsplanung auch eine Investitionsstrategie erarbeiten und immer für den Notfall auch einen „Plan B“ in der Hinterhand haben – falls es mal nicht ganz so „wohlgefällig“ laufen sollte.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei allen, die an diesem Wohlgefühl auch in Zukunft arbeiten und für unsere Region aktiv sind. Danke für Ihre Aufmerksamkeit, ich wünsche Ihnen allen ein frohes Weihnachtsfest sowie einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Und natürlich: Fühlen Sie sich bitte…wohl!        

Bastian Steinbach
Fraktionssprecher der CSU-Stadtratsfraktion Bad Neustadt

 

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